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Liebe Leserinnen und Leser,

Janine Heidenfelder

in einem Positionspapier des Beirats Junge Digitale Wirtschaft, der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Tech- und Start-up-Fragen berät, formulieren die drei Autoren Lea-Sophie Cramer, Alex von Frankenberg und Christoph Gerlinger Empfehlungen, die mehr Börsengänge deutscher Start-ups forcieren sollen. Ein Absatz handelt von der Maßregelung und Disziplinierung der Medienberichterstattung sowie der Umgehung von Lizenzgebühren für die Weiterveröffentlichung von Artikeln. Das Papier stammt aus dem April dieses Jahres und stand bis Dienstag auf der Website des Wirtschaftsministeriums online. Was genau in diesem Papier gefordert wurde und wie die Reaktionen des Beirates ausfielen, habe ich hier für Sie zusammengefasst.

Wenngleich die Autoren umgehend auf LinkedIn um Entschuldigung baten und mitteilten, dass sie den Text nicht gelesen haben, es bleiben ein fader Beigeschmack und viele offene Fragen: Wenn keiner diese Position vertritt, wie kommt sie dann ins Papier? Welches Gewicht hat ein Beirat, von dem die Mitglieder nun öffentlich sagen, dass sie die veröffentlichten Papiere – und damit Empfehlungen an den Wirtschaftsminister – nicht lesen? Wie kann man in einem demokratischen Land von einer Disziplinierung der Presse sprechen? Welches Bild haben die Vertreter von der Presse, wenn sie in einem Papier extra anmerken, dass Gegendarstellungen verpflichtend gemacht werden sollen? Schließlich sind Gegendarstellungen längst in den Pressegesetzen der Länder geregelt, übrigens basierend auf § 11 des Reichspressegesetzes aus dem Jahr 1874.

Das Papier spricht mit Blick auf die Börsengänge hiesiger Start-ups sicher wichtige Punkte an, liest sich aber zu weiten Teilen aufgrund der Wortwahl mehr wie der O-Ton eines Beleidigten, der über die wenigen (erfolgreichen) deutschen Börsengänge frustriert ist und eine Abwanderung der Start-ups – und damit relevanter Technologien – ins Ausland fürchtet. „Bye-bye, Deutschland“ heißt es dort auf der ersten Seite. Dass es hierzulande so wenige Börsengänge gibt, die Gefahr besteht, dass Start-ups ihren Sitz ins Ausland verlagern und Deutschland damit ins Hintertreffen gerät, steht außer Frage.
Positiv anzumerken ist immerhin, dass sich einige Punkte des Positionspapiers mit dem Abbau der Regulierung und den Hürden für einen Börsengang beschäftigen - wenngleich auch hier mehr Wunschgesänge als realitätsnahe Empfehlungen zu finden sind. Im Prinzip ist es fast schon schade, dass das Papier sich mit dem Absatz zur Pressefreiheit selbst zerstört und damit das eigentlich wichtige Thema in den Hintergrund gedrängt wird. Und dennoch: Als Exit-Kanal ist der Börsengang für Start-ups und Investoren eine Option. Dass es hierzulande bislang so wenige IPOs gibt, ist aber wohl kaum die Schuld der Presseberichterstattung.

Erfreulicher wäre es gewesen, wenn die Autoren des Papiers sich die Frage gestellt hätten, woran es liegt, dass kleine IPOs „bei den großen Medien ganz durchs Raster [fallen]“ (Zitat Positionspapier) und welche Konsequenzen es für die Medienlandschaft hätte, wenn – nachdem die Marketingbudgets für die Medien immer mehr zu Lasten von PR geschrumpft werden – nicht einmal mehr Lizenzgebühren gezahlt werden. Ganz zu schweigen davon, dass ohnehin gelegentlich ohne Absprache Artikel abfotografiert und auf sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Dass durch die fehlenden Einnahmen Medienhäuser zunehmend unter Druck geraten, weniger Seiten publiziert, weniger Journalisten als feste Redakteure eingestellt und entsprechend weniger berichtet werden kann, scheinen die Autoren völlig auszublenden. Was ein Glück für die 29 Gremienmitglieder, dass niemand diesen Text gelesen oder gar verfasst haben will…

Janine Heidenfelder
Chefredakteurin Venture Capital Magazin


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Janine Heidenfelder, Chefredakteurin VC-Magazin
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Julia Karte, Marketing
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